Sterben und Tod

Aufbahrung – 

ja oder nein?

Ein Friedhofsangestellter berichtet …
Foto: flickr 

“90% aller Angehörigen wollen keine offene Aufbahrung”

Nach dem Tod eines Angehörigen bleibt meist kaum Zeit zu ruhiger Verabschiedung. Die Beerdigung, bzw. Einäscherung und Trauerfeier muss organisiert werden. Drängende Fragen, gestellt von Mitarbeitern des Beerdigungsinstituts stehen an: Welcher Sarg soll es sein? Welchen Blumenschmuck möchten Sie und welche Art der Aufbahrung? Alles wird mit Geschäftigkeit überdeckt. 

Hier ein Interview mit einem Friedhofsangestellten. 

Sie haben oft mit Angehörigen zu tun, die in der Familie gerade einen Todesfall hatten. Wie gehen Sie mit diesen Leuten um? 
“Ja, das ist nicht leicht. Die Leute sind sehr aufgeregt. Man muss sie schonend behandeln und sich etwas in ihre Situation hineinfühlen. Aber jeder Sterbefall ist anders.” 

Gibt es manchmal Schwierigkeiten mit Angehörigen?
“Nein, eigentlich nicht. Nur früher war es so, dass man Angehörige immer davon abhalten musste, den Verstorbenen im geöffneten Sarg aufzubahren. 90% der Angehörigen wollten das. Und oft war der Leichnam nicht mehr in einem entsprechenden Zustand, um ihn noch ansehen zu können.” 

Aussegnungshalle.
Hier wird der Sarg hereingefahren. Die Angehörigen und Freunde sind da, es werden Gebete gesprochen oder/und jemand hält eine Trauerrede. Kränze mit Schleifen, auf denen die Namen der Trauernden stehen, und Blumengebinde schmücken den Raum.  Foto: flickr, mowolf2000

Und wie ist das jetzt mit offenen Aufbahrungen?
“Jetzt – im Vergleich zur Zeit vor 30-40 Jahren etwa – ist es genau umgekehrt: 90% aller Angehörigen wollen keine offene Aufbahrung. Sie wollen auf keinen Fall, dass der Leichnam offen zu sehen ist. Er kommt in die Leichenhalle, jeder mit Namensschild in ein eigenes Abteil, das vorn von einer Glasscheibe abgetrennt ist. Und der Sarg bleibt meist geschlossen.” 

Was hat sich denn sonst noch geändert in letzter Zeit?
“Die meisten Menschen sterben heutzutage nicht mehr zu Hause, sondern im Krankenhaus oder in Altenheimen. Von dort kommt in der Großstadt meist der Leichenwagen zum Friedhof. Und noch etwas hat sich geändert: die Feuerbestattungen nehmen immer mehr zu. Der Platz für Gräber ist in den Großstädten knapp. Auch die Grabgebühren und die Kosten für Grabpflege sind ziemlich hoch.”

 

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  • Eine Beerdigung/Trauerfeier, die ich selbst erlebt habe …
  • In meiner Stadt/ in meinem Land: Bei uns …
  • Ich finde, … Meiner Meinung nach …

2 Beiträge

  1. Erstellt am 26. September 2018 um 09:01 | Permanent-Link

    Hallo, dass die Feuerbestattung eine einzige Maßnahme für zu wenig Platz auf den Friedhöfen ist hätte ich niemals in betracht gezogen. Das ist schon ein wenig erschreckend. Danke für den Blog Beitrag!

  2. TimO Winkler
    Erstellt am 8. September 2015 um 17:20 | Permanent-Link

    Ich arbeite nebenbei in einem Bestattungsinstitut. Und Ich muß sagen es ist ein schöner aber auch ein Nachdenklicher Beruf wobei ich sagen muß Bestattet ist kein Beruf sondern eine Berufung.

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