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Walpurgisnacht

Freinacht
In der Nacht zum 1.Mai hecken Jugendliche ihre Streiche aus. Vieles ist erlaubt, was sonst verboten ist. Das hat Tradition seit der Keltenzeit. Bei den Kelten hieß es, in dieser Nacht "vertreiben Wotan und Freya die Dämonen des Winters und zeugen den Frühling". Und es ist die Zeit der herumfliegenden Hexen.

Dominik (15) sitzt mit zwei Freunden zusammen und sie erzählen von Streichen in der Freinacht.

Foto: Wolfgang Hieber

Was ist Freinacht?
"In der Freinacht darf man alles von irgendwelchen Leuten im Dorf verstellen, verstecken und an einen anderen Ort bringen. Alles, was frei herumsteht. Wenn z.B. irgendwo ein Anhänger herumsteht, darf man den wegschieben. In unserem Nachbardorf sind Leute, die lassen jedes Jahr ihren Hänger wieder draußen stehen. Denen wird in jeder Freinacht der Hänger ins nächste Dorf geschoben oder in den Graben gestellt. Oder wenn Holz herumliegt, legt man das vor die Einfahrt, dass die Leute das dann am Morgen, wenn sie wegfahren wollen, wegräumen müssen. Oder wir haben z.B. unserem Nachbarn die Türen mit Ziegelsteinen zugestellt. Aus alten Ziegelsteinen eine schöne Mauer gemacht, 1.50m hoch. Na ja, die haben sich dann schön aufgeregt. Dann haben wir sie am nächsten Tag wieder aufräumen müssen. Oder dass man Autos mit Rasierschaum vollmacht, in die Türgriffe rein, oder sie mit Klebeband umwickeln. Oder Klopapier."

Ihr macht das immer in einer Gruppe?
"Ja, wir bilden immer so eine Gruppe, die Jugendlichen, und man überlegt zusammen, wem man einen Streich spielen könnte. Blumentöpfe weg, Straßenschilder verstellen. Wir ziehen dann von Dorf zu Dorf, treffen dann die anderen Jugendlichen und dann hat man schon die beliebten Opfer, die man nicht so leiden kann. Ältere Leute, die recht missmutig sind. Die haben wir dann auf dem Kicker. Aber nichts Böses, wir achten schon drauf, dass man nichts kaputt macht."


Gibt es Streiche, die zu weit gehen?
"Ziemlich miese so Freinachtgeschichte, davon gehört. Da haben so zehn 15-20-Jährige haben einem Bauern, der sein Güllefass (d.h. Dung für die Äcker) draußen stehen hat lassen, haben sie's dem vor die Haustür gestellt, und haben an die Haustür, an die Klinke, eine Schnur zu der Öffnung von dem Hahn von dem Güllefass getan. Dann hat der in der Früh die Haustür aufgemacht, dann ist der Hahn aufgegangen und die ganze Gülle dem ins Gesicht rein." (Ferry, 13)
Foto: Wolfgang Hieber

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