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Von der "Öcher Penn" und eitlen Karnevalspräsidenten …

Ein Lokalredakteur erzählt

Der besoffene Gardist von der "Öcher Penn"
"Zu Karneval statten die "Öcher Penn" der niederländischen Nachbarstadt Maastricht regelmäßig einen Besuch ab. Dort wird dann vor dem Rathaus eine große, mit Konfetti geladene Kanone abgeschossen. Nach vollbrachter Tat ziehen die Aachener Karnevalisten auf dem Weg nach Hause über eine der Maasbrücken. Ein Gardist, schon heftig angetrunken und etwas übermütig, warf sein Holzgewehr - mit dem er, wie es die Satzung der Karnevalsgesellschaft vorsieht, eigentlich nur paradierend aufzutreten hat - in hohem Bogen ins Wasser. Aus dem Spaß wurde Ernst: Er hatte sich später vor dem "Ehrengericht" der Karnevalsgesellschaft zu verantworten. Der Vorwurf: Mißbrauch der Waffe."
Peter F. von der "Aachener Zeitung"
In Aachen gibt es eine Karnevalsgesellschaft namens "Öcher Penn", die sich auf die Tradition der ehemaligen Stadtwache beruft. Man trägt Uniform aus den napoleonischen Zeiten, der Verein ist streng militärisch nach Rängen, Mannschaften und Offizieren gegliedert. Öffentlich tritt man mit einem eigenen Musikzug auf, der Marschmusik spielt. Das gesamte Gehabe ist martialischer als es die wirkliche, von den Aachenern damals belächelte Stadtwache jemals war. Als "Vereinsheim" wurde von den "Öcher Penn" ein altes Stadttor selbst renoviert.

Vom Büttenredner auf dem Foto verdeckt
"Von einem Mitglied eines Elferrats, also dem Präsidium eines Karnevalsvereins, ging ein Schreiben bei unserer Zeitung ein. Er war verärgert. Der Grund: Seit sechs Jahren, so sagte er, sitze er im Elferrat, und in jedem Jahr sei auch über die wichtigste Sitzung berichtet worden. Und zwar groß mit einem zweispaltigen Foto. In diesem Jahr sei er auf diesem Foto überhaupt nicht erkennbar, weil voll einem Büttenredner verdeckt. Außerdem sei bei der Galasitzung nur ein "freier" Mitarbeiter zur Berichterstattung gekommen und nicht - wie bei dem anderen Karnevalsverein - der Lokalchef höchstpersönlich."
Peter F. von der "Aachener Zeitung"
Als Bezirksredakteur wurde Peter F. gelegentlich mit der Bearbeitung von Beschwerden betraut, die an die Chefredaktion gerichtet waren. Im folgenden eine karnevalstypische Beschwerde, die nicht offen belächelt werden durfte, denn derjenige, der sich beklagte, war auch Anzeigenkunde der Zeitung. Und das bedeutet: er hat Macht und Einfluß, die Zeitung will ihn ja nicht als Anzeigenkunden verlieren.

Meine Fragen zum Karneval (Fasching)/ Mein Bericht

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© Wolfgang Hieber 1998-2009