(Gespräch mit Ex-Karnevalsprinz Gregor H., Aachen)
Und dann geht es schon voll in die Karnevalsverpflichtungen?
"Ja, wenn diese Proklamation gelaufen ist, hat der Prinz bis zum Ende
des Karnevals, bis zum Aschermittwoch also, täglich Programm. Er muß
die Vereine besuchen, er muß zur Stadt, er muß zum Finanzamt,
und dahin oder dorthin, er muß überall seine Aufwartung machen.
Meist sind es pro Abend so vier bis sechs Termine in den Anfangswochen.
Wenn es aber auf die Karnevalswoche zugeht, dann häuft sich das bis
auf 10-15 Termine pro Abend."
Erzählen Sie uns doch mal genau, wie solche Auftritte mit Ihrer Prinzengarde aussehen
"Wenn der Prinz zum Verein kommt, wird er dort mit Bamborium
empfangen und wird begrüßt durch den Sitzungspräsidenten.
Der Prinz richtet dann ein paar Worte an sein Volk. Er kommt auch mit großem
Gefolge: mit der Prinzengarde. Sie begleitet ihn zu allen Terminen, mal
in kleinerer oder mal in größerer Besetzung. Sie ist beritten,
hat eine Kapelle und eine Tanzgruppe. Was auch wichtig ist: daß zu
jedem Auftritt auch das Tanzpaar seine Darbietungen darbringen muß.
Das gehört mit dazu. Anschließend werden meist ein paar Karnevalslieder
gesungen. Oder der Prinz hat so eine Mannschaft um sich herum, die eben
ein bißchen Budenzauber veranstalten kann. Das bleibt im Grunde genommen
jedem überlassen, was er macht. Alles ist zeitlich sehr begrenzt,
der Prinz muß ja weiter zu den anderen Terminen am Abend. Vor acht
Uhr abends läuft noch nichts, und nach Mitternacht sollte er auch
nicht erst erscheinen. Er kann sich also pro Besuch nicht allzu viel Zeit
lassen. Und das jeden Tag. Da braucht man schon gute Kondition. Und natürlich muß man sich
für die letzte Karnevalswoche in der Firma Urlaub nehmen."
Der Prinz und das Geld
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