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Es geht zu Ende

Im Sterbezimmer

Walter R. (54 Jahre, Gymnasiallehrer, München):
"Als dann schließlich eine Lungenentzündung dazukam, informierte der Arzt meine Mutter, daß es wohl zu Ende geht. Wenn wir ihn nochmal sehen wollten, müßten wir rasch kommen."

"Es ist im Krankenhaus dann alles so vorbereitet, daß die Anverwandten bei den letzten Stunden dabei sein können, wenn sie wollen. Man hatte ihn aus der Intensivstation herausgenommen und in ein Einzelzimmer gebracht. Dieses Zimmer ist so etwas wie ein Sterbezimmer."

"Man hatte ihn hergerichtet, frisch reingebettet, würdig, schön anzuschauen, ohne alle diese Versorgungsschläuche der Intensivstation. Sogar etwas geschminkt, glaube ich, und mit der Kopfbinde, die das Kinn hält. Hier liegt er allein und da können die Verwandten von ihm Abschied nehmen.

Meine Mutter war bei ihm, als er dann gestorben ist, sie hat ihm die Augen zugedrückt. Man legte ihm auch eine Blume aufs Bett - das war sehr ergreifend. Das klassische Bild eines Toten, wie er da im Bett aufgebahrt liegt. Wie das früher zu Hause war, so machten die das hier im Krankenhaus auch. So jedenfalls war das in Rosenheim.

Ich bin erst dazugekommen, als er bereits tot war. Niemand hat uns da gedrängt und etwa gesagt: "So, jetzt haben Sie eine halbe Stunde Zeit!" Das wird alles recht dezent gehandhabt, man kann sich soviel Zeit nehmen, wie man eben braucht. Sie sprechen den Angehörigen das Beileid aus und warten, bis alle von selbst den Raum verlassen."

Als meine Oma/mein Opa starb

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© Wolfgang Hieber 1998-2009