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Walter R. (54 Jahre, Gymnasiallehrer):
Nachlass:
"Meine Mutter ist jetzt, nach 6 Wochen, noch immer nicht mit allem
fertig. Man glaubt nicht, was da alles zu regeln ist! Zuerst einmal das
Nachlassgericht. Es meldet sich ganz automatisch. Ein Termin wird
anberaumt, bei dem es um den Nachlass des Toten geht, d.h. um alles,
was der Verstorbene an Angehörige zu vererben hatte. Man muss
bei diesem Termin gar nicht persönlich anwesend sein. In entsprechenden
Gesetzen wird dies alles geregelt. So hat etwa mein Vater per Testament
meine Mutter als Alleinerbin eingesetzt. Ohne Testament tritt die
normale gesetzliche Regelung in Kraft: meine Mutter als Ehefrau
erbt die Hälfte, während die andere Hälfte auf die Kinder
verteilt wird.
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Ummeldungen:
"Was noch anfällt, sind sämtliche Ummeldungen: bei der Stelle,
von der die Pension ausgezahlt wurde; bei der Krankenkasse, bei Versicherungen,
das Auto, die Gasrechnung, das Konto usw. Alles muss nun auf
den Namen der hinterbliebenen Ehefrau umgeschrieben werden. Dann die Abmeldung
beim Einwohnermeldeamt. Es muss nicht umgehend erledigt sein, aber
so nach zwei bis drei Wochen wird es schon erwartet." |
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Pension:
Ziemlich kompliziert waren im Fall meiner Mutter die Regelungen zur
Witwen-Pension. Mein Vater z.B. war Beamter und hatte eine Pension. Ende September
ist sein Oktober-Gehalt noch angewiesen worden und bereits eine Woche nach
seinem Tod haben sie dieses Gehalt vom Konto wieder abgehoben. Meine Mutter
hat also für Oktober und für November keinerlei Geld bekommen.
Ihr Anspruch auf Witwen-Rente besteht zwar, doch wurden zunächst
einmal sämtliche Zahlungen gestoppt. Für Hinterbliebene, die
nun nichts Erspartes haben, wäre diese Situation sehr schwer: sie
stünden mittellos da. Jetzt erst klärt sich langsam, nach gut
zwei Monaten, worauf meine Mutter Anspruch hat. Sie erhält z.B. nachträglich
zwei volle Gehälter als Ausgleich für die Unkosten bei der Beerdigung.
Und als Witwen-Rente 60% von der Pension ihres Mannes, die sich wiederum
auf 75% seines früheren Gehalts belief.
So war meine Mutter bis jetzt mit diesen Sachen wochenlang voll beschäftigt.
Man sagt zwar immer, die Ablenkung ist in den ersten Wochen nach dem Tod
eines Ehepartners gar nicht so schlecht. Doch erlebt man auch, wie kompliziert
in diesem Staat alle diese Dinge geregelt sind. " |