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Schwere Tage im Krankenhaus
Walter R. (54 Jahre, Gymnasiallehrer, München):
In unserem Fall ist das wirklich sehr einfühlsam gemacht
worden, und gleichzeitig hatte man das Gefühl, daß dieser Arzt
nicht den Tatsachen ausgewichen ist. Auch im nachhinein muß ich sagen:
Er hat es gut gemacht. Er meinte, wenn die Sache vom Medizinischen her
gut verläuft, kann die Blutung gestoppt werden, und mein Vater werde
- aber sicher als Pflegefall - noch Wochen, Monate oder noch länger
weiter leben können. In drei Tagen, so sagte er, würde sich das
entscheiden. Andernfalls, wenn die Blutung nicht gestoppt werden kann oder
andere Komplikationen dazukommen, müsse man mit dem Tod rechnen. Die
Chancen stünden so 50 zu 50. Er machte uns die Lage sehr deutlich:
einerseits die Überlebenschance, andererseits gleichzeitig die Nachricht,
daß mein Vater - auch wenn er diese kritische Phase übersteht
- ein Leben führen wird, das sowohl für ihn wie auch für
uns die Katastrophe bedeuten würde. Wir wußten also überhaupt
nicht, wie nun das alles weitergehen sollte. Gut, daß mein Vater
- wie der Arzt sagte - in einem Zustand war, in dem er keine Schmerzen
leiden mußte. Das war uns auch sehr wichtig.
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© Wolfgang Hieber 1998-2009