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Gespräche mit Sprühern

In der Gruppe

Denis R. (20, Gymnasiast, Frankfurt):
"Man malt es ja meistens auch nicht alleine, sondern mit einer Gruppe von Freunden. So eine Gruppe nennt sich "possis" - das ist wie so andere Künstlervereinigungen auch, "die Brücke" etwa. Die Gruppe selbst gibt sich eine Abkürzung. In Frankfurt z.B. gibt es eine große, die heißt "DBL", die Bahnlackierer. Oder "IM", illegale Machenschaften. Es gibt ganz viele. Diese Namen schreibt man dann auch unter sein Bild. Und jeder einzelne hat noch sein Kürzel. Das "tag", so heißt das. Das ist das Pseudonym. Man kann ja nicht seinen wirklichen Namen oder seine Adresse da drunter schreiben, das geht natürlich nicht.

Das Kürzel

Jeder Gruppe ihr "tag"
Sie malen in einer Gruppe. Das macht mehr Spaß. Und jede Gruppe hat ihre Abkürzung, ihren "tag". Den malt sie unter das Bild. Sie wollen ihren Namen, ihren Stil verbreiten und sagen könne: "Eh, jeder kennt uns!"
Foto: Wolfgang Hieber
Aber oft ist es so: die Leute, die da soviel rum"tagen", die wollen einfach ihren Namen verbreiten. Damit man berühmt wird, um sich innerhalb dieser Gruppen einen Namen zu machen. Da sehe ich oft nicht die Verbindung zur Kunst. Ja, es gibt "tags", die sehen echt schön aus. Mit der Zeit kriegt man raus, dass das armselig ist, und auch sinnlos. Da könnte ich auch überall mein Foto hinkleben und sagen: "Eh, jeder kennt mich!" Weil jeder überall mein Foto gesehen hat. Dann bin ich auch berühmt. Ich will durch Qualität überzeugen. Dass die Leute sagen: ja, das ist ein klasse Bild."

Meine Reaktion/ Bisherige Reaktionen 

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© Wolfgang Hieber 1998-2009