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Das Bild der Wurzel (die Wurzelmetapher) ist in den Debatten zum Kulturbegriff noch immer sehr verbreitet. Kultur, so denkt man, sei wie ein Baum, der alle seine Kraft zur Produktion der Laubkrone zentral aus der Wurzel holt. Losungen wie "Zurück zu den Wurzeln!" oder der Begriff "Leitkultur" beruhen auf dieser Vorstellung (Homogenität der Kultur). In den letzten Jahrzehnten sind für Kultur eher andere Bilder wichtig geworden. Sie betonen die Vernetzung und Vielfalt (Diversität, Pluralität).
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Palimpsest
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Kultur ist vielschichtig wie ein Palimpsest. Ein Palimpsest ist eine Pergament- oder Papyrusrolle. Sie wurde in der Antike und im Mittelalter wie eine Schreibtafel benutzt: alte Texte wurden abgekratzt oder abgewaschen und mit neuen Texten überschrieben. Durch bestimmte Techniken gelingt es, die alten Texte wieder lesbar zu machen.
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Rhizom
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Kultur lebt und wächst wie ein Rhizom. Rhizome sind z.B. die Ingwerpflanze, das Maiglöckchen oder der Spargel. Sie haben keine zentrale Wurzel, sondern ein weit verzweigtes, miteinander verbundenes System von Sprossknoten und Verdickungen.
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Gewebe
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Kultur ist wie ein Gewebe: ".. die Stärke des Fadens liegt nicht darin, dass irgend eine Faser durch seine ganze Länge läuft, sondern darin, dass viele Fasern einander übergreifen" (Ludwig Wittgenstein). |
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Polyphonie
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Kultur ist wie ein vielstimmiges Musikstück. In Johann Sebastian Bachs "Kunst der Fuge" gibt es viele gleichberechtigte Stimmen nebeneinander. Von manchen wird diese Mehrstimmigkeit als "Stimmengewirr" empfunden. Andere schätzen die Selbständigkeit der Stimmen und ihr kunstvolles Miteinander.
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