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Sachen, die ich schätze
Andreas M., 33, Köln

Das Wort "Heimat"? Löst das bei Ihnen etwas aus?
"Eigentlich relativ wenig. Es hat wohl etwas mit dem Elternhaus zu tun. Ich würde es außerdem noch an Landschaft oder an kulinarischen Sachen festmachen. Womit ich aufgewachsen bin und Sachen, die ich schätze. Leckeres Bier zum Beispiel."

Sie haben öfter die Städte gewechselt....
"Ja, München und Berlin waren meine Traumstädte. Da habe ich sehr gern gelebt. Köln, das ist ein Kompromiß. Hier habe ich meinen Arbeitsplatz gefunden. Das ist o.k., ich bereue das nicht. Es dauert mal länger, mal weniger lang, sich einen Freundeskreis aufzubauen. Irgendwann kommt aber auch der Moment, daß ich sage: Jetzt wäre ein Wechsel an einen anderen Ort wieder schön. Das wird mir bei Köln sicher auch wieder passieren. Hundertprozentig."

Sind alle diese Orte zur Heimat geworden?
"Nicht ganz. Wieder mal nach Berlin zurückzugehen - das könnte ich mir vorstellen. In diese Stadt bin ich nach wie vor verliebt. München reizt mich viel weniger. Ich war damals heilfroh, von München wegzukommen. Undenkbar und völlig ausgeschlossen wäre es für mich, an den kleinen Ort in Süddeutschland zurückzugehen, wo ich aufgewachsen bin und wo meine Eltern leben. Das heißt im Klartext: Ich kann mir nach wie vor überhaupt nicht vorstellen, auf dem Land zu leben."

Was sagen Sie: Ich bin Bayer? Oder ist Ihnen so eine Zugehörigkeit egal?
"Ja, ich komme aus Bayern. Aber so eng möchte ich das keinesfalls fassen. Ich bin schon viel zu lange von Bayern weg. Ich finde ein paar Sachen da sehr angenehm und freue mich auch, ab und zu nach Süddeutschland zurückzukommen. Den Dialekt höre ich gern. Das Essen mag ich. Das ist irgendwie so eine Lebensart, die angenehm ist. Die ich dann, an Weihnachten zum Beispiel, mal wieder ausleben kann. Etwas genießen, was man in Berlin oder Köln nicht hat. Aber identifizieren würde ich mich damit kaum, muß ich sagen."

Häufiger Ortswechsel und Neuanfang ist doch auch nicht leicht, oder?
"Sicher, jedesmal wenn ich neu in eine Stadt gekommen bin, mich noch nicht eingelebt hatte, habe ich manchmal Leute beneidet, die da seit 20 Jahren oder länger leben. Weil die so viele Vorteile haben. Aber das ist nur ganz kurzfristig, in der Anfangszeit. Sobald aber dieser Punkt überwunden ist und du viele Leute kennst, ist es wieder prima. Und eine Bereicherung. Man kann sich's aussuchen: ich gehe dahin oder dorthin. Ich habe viele Zuhause. Viele Freundeskreise. Viele Orte."

Was für mich "Heimat" bedeutet

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© Wolfgang Hieber 1998-2009