Wie läuft das morgens mit den Mitschülern ab, wenn du in
die Schule kommst?
"Ich komme aus dem Fahrradkeller hoch, laufe an den 5.Klässlern
vorbei in unser Schulgebäude, wo unsere Kollegiaten sind und suche
dann nach den Leuten, mit denen ich schon die ganze Schulzeit verbracht
habe. Man könnte sie vielleicht Schulfreundinnen nennen. Und zu denen
stelle ich mich hin und die reden dann schon immer irgendwas."
Und worüber wird da geredet?
"Meist geht's ums Lernen. Oft stelle ich mich nur dazu und höre
zu. Manchmal gehe ich auch weg, bin total schockiert.
Sie denken gar nicht darüber nach, was sie sagen. Sie haben überhaupt keinen Abstand von den
Alltagsdingen. Reden alles, was ihnen gerade durch den Kopf geht."
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Wie würdest du den Kontakt zu deinen Mitschülern bezeichnen?
"Der ist nicht besonders eng. Wenn, dann zu genau drei Leuten, mit
denen ich mehr in Kontakt stehe. Auch die kenne ich nicht sehr gut, aber
man hat so ein unausgesprochenes Einverständnis, sich jetzt zu verstehen.
Weil es schon die ganze Zeit so war und weil es nicht aufhören soll.
Aber es ist nicht irgendwie eine Freundschaft oder so." |
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Ihr habt öfter auch Freistunden. Kommt man sich da nicht näher?
"Wenn man z.B. Freistunde hat, dann sitzen die Leute in einem Zimmer
und reden meistens über Lehrer oder über Prüfungen oder
was man da für Hausaufgaben auf hatte. Da bin ich sowieso nicht
dabei, weil ich mit denen nicht weggehe. Und so richtig
reden über irgendein Thema - das tut eigentlich keiner. Und Privates
berede ich lieber zu Hause mit meiner Schwester."
Und in der Pause?
"Ab der 12.Klasse darf man auch aus dem Schulgebäude rausgehen.
Ich bin meistens auf dem Pausenhof, esse einen Apfel oder so, oder ich
gehe in der Pause in die Bücherei und schaue, welche Bücher ich
brauche für die Ausleihe." |