Wie läuft das morgens, wenn du in die Schule kommst?
"Die erste Begegnung ist mit dem Lehrer, der Aufsicht hat. Er paßt
auf, daß man sein Rad in den Fahrradkeller schiebt und nicht fährt.
Und ich vergesse das immer in der Früh, bin noch ein bißchen
verschlafen und fahre da halt runter, weil es ein ganz normaler Berg ist.
Und dann werde ich halt die ganze Zeit ermahnt, daß ich da runterschieben
soll. Das ist meine erste Begegnung."
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Und dann beginnt der Unterricht. Begrüßt ihr die Lehrer?
"Zum Beispiel unser Deutsch-Leistungskurs-Lehrer, der steht immer da,
ordnet seine Sachen am Pult, und alle Schüler reden noch miteinander.
Keiner beachtet ihn und er beachtet auch die Schüler nicht. Und irgendwann
ist er dann fertig und schaut auf. Die Schüler merken das und stehen
auch auf, setzen sich aber gleich hin, weil er es gar nicht verlangt, daß
man aufsteht. Er begrüßt dann die Klasse mit "Guten Morgen"
oder so. Und dann gibt es andere Lehrer, die legen sehr Wert darauf, daß
man aufsteht und ganz deutlich, im Chor sozusagen, grüßt. Diejenigen,
die den Gruß erwarten, sind in der Mehrzahl. Für mich ist es
natürlicher, daß ich den Lehrer persönlich grüße,
wenn ich ihn vorher sehe - wie jeden anderen Menschen auch. Wenn nicht,
brauche ich ihn auch in der Gruppe nicht zu grüßen." |
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Kannst du ein Beispiel geben von einem Unterricht, der dir überhaupt
nicht gefällt?
"Geschichtsunterricht z.B. Der gefällt mir überhaupt nicht.
Zum Denken bleibt da während des Unterrichts
überhaupt keine Zeit. Also ist es eigentlich gar kein Unterricht.
Alle sitzen nur drin und schreiben mit. Den Stoff im Buch nachlesen, darauf
kann man sich nicht verlassen. Wichtig ist, was er wirklich drangenommen
hat. Abgefragt wird, was er gesagt hat."
Sicher gibt es auch gute Lehrer, die einen guten Unterricht machen...
"Ja, im Fach Deutsch z.B. haben wir eine ganz andere Beziehung zum
Lehrer. Da nimmt der Lehrer wirklich Rücksicht auf die einzelnen Personen
in seinem Unterricht. Zum Beispiel, wenn jetzt ein stillerer Typ da ist,
würde er den nicht ständig aufrufen, weil er Mitarbeitsnoten
braucht oder so. Sondern er geht auf jeden einzelnen Schüler, so gut
es eben geht, ein.
Möglich ist es im Deutschunterricht auch, daß Schüler
sehr unterschiedliche Positionen beziehen. Oft sind das leider Meinungen
aus ganz bestimmten Schubladen, keine wirklichen Argumente. Sie fangen
immer an und sagen "Ich finde..." anstatt über die Sache zu reden.
Deshalb sind solche Diskussionen oft auch keine Diskussionen, sondern mehr
eine Selbstdarstellung der Schüler. Was sie Tolles gedacht haben."
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