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Zur Person Albert F., Unternehmer
Tageszeitung

"Um halb sieben klingelt der Wecker, ich gehe dann unter die Dusche, rasiere mich und höre nebenbei im Bad Radio-Nachrichten. Beim Frühstück lese ich Zeitung, und zwar mehr den Regionalteil, weil der für mich am wichtigsten ist."

Die Todesanzeigen
"Man muß sie durchsehen, es könnte ja ein Geschäftspartner dabei sein oder einer aus meinem Bekanntenkreis. Oder z.B. der Versandleiter einer Firma, mit derich zusammenarbeite. Ich würde sonst ins Fettnäpfchen treten, wenn einer gestorben ist, und ich rufe an, ohne etwas von dem Todesfall zu wissen."

Firmennachrichten, Regionalteil
"In meinem Einzugsgebiet hat z.B. ein Hauptabteilungsleiter sein 25-jähriges Arbeitsjubiläum, oder er ist befördert worden. Im Regionalteil steht, ob's der Firma gut geht oder schlecht. Oder wo Entlassungen im Gange sind. Geht's schlechter, muß ich damit rechnen, daß dort unsere Aufträge zurückgehen. Informativ sind daher alle Berichte, wenn sie Angaben darüber machen, wie die Auftragslage einer Firma ist, welche Daten die Geschäftsberichte aufweisen usw."

Schlagzeilen
"Wir arbeiten zu 90 Prozent übers Telefon und ich bin ständig mit Kunden im Austausch. Pausenlos geht das Telefon. Man muß mit denen auch mal über "Interessantes" reden: über die Steuererhöhung, oder daß das Kindergeld erhöht wird. Der Kunde sagt z.B.: "Die Typen, jetzt ziehn sie uns schon wieder Geld ab".
Die meisten, mit denen ich am Telefon zu tun habe, sind Arbeitnehmer, manche kenne ich seit 10 Jahren nur übers Telefon. "Haben Sie schon gehört ...?", sage ich ... Es wäre nicht gut, nur cool Aufträge abzuwickeln, man will auch was Privates rauskriegen, man möchte was Persönliches von denen wissen, was sie interessiert. Ich bin ja Dienstleister, die anderen sind Auftraggeber. Es ist wie bei einem Kellner: Der Kunde ist König. Also muß ich ein gutes Gesprächsklima herstellen.
Firmen in unserer näheren Umgebung kontaktiere ich mehrmals täglich übers Telefon, vor Ort in der Woche zwei bis dreimal. Bin dann Briefträger, mit Rechnungen, Quittungen und so. Dabei hab ich meist die Gelegenheit, mit dem Firmeninhaber zu sprechen. Man kennt dessen Hobbies, seine politische Einstellung.
Einer spielt z.B. in der Kirche Orgel, da sage ich immer: "Na, Herr Wegmann, was macht das Orgelspielen?" Einfach so Zwischenmenschliches eben. Bei anderen rede ich montags erst mal über die Bundesliga; ich weiß z.B. mittlerweile, wer "FC-Bayern"-Fan ist und wer gut gelaunt ist, wenn der "VFB Stuttgart" gewonnen hat. Da muß man aufpassen.
So lernt man übers Telefon im Lauf der Jahre die Gesprächspartner recht gut kennen. Mit dem Versandleiter in einem Stahlwerk telefoniere ich seit 20 Jahren, hab ihn aber noch nie persönlich gesehen."

Fachzeitschriften
"Sie sind für mich auch sehr wichtig, um auf dem Laufenden zu sein, z.B. die Deutsche Verkehrsrundschau mit Nachrichten über Tarifabschlüsse, über Autobahngebühren, Vignetten, über aftpflichtversicherungen, über die Steuer für die Fahrzeuge. Seit es die Euro 1- und Euro 2-Form gibt, tut sich einiges. Bei letzteren haben die Fahrzeuge niedrigere Emissionswerte, dafür zahlen sie auch erheblich niedrigere Steuern. Das muß man wissen."

Meine Reaktion/ Bisherige Reaktionen

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© Wolfgang Hieber 1998-2009