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Zur Person  Jakob L., Soldat
Zapfenstreich

Und wie geht ein Tag bei der Grundausbildung zu Ende?
"Die ersten Wochen ist Dienstschluss erst um 22 Uhr. Nach 2-3 Wochen um 16 Uhr15. Alles muss abends in bester Ordnung sein. Die Kleidungsstücke schön gestapelt. Die Ausbilder erklären, wie man den Spind aufbaut, die Hemden auf DINA-4-Format faltet. Jede Sache hat ihren Platz. Wenn der Parker hängt und die Knöpfe sind nicht zu - nein, das geht nicht. Oder nur ein Anflug von Staub. Wenn die wollen, finden sie immer etwas. So sauber kann man gar nicht sein. Das Revier reinigen dreimal am Tag, einmal oder mehrmals nass. Ob das nun nötig ist oder nicht."

"Wenn Dienstschluss ist, darf man die Kaserne verlassen bis zum Zapfenstreich. Zapfenstreich ist in der ersten Zeit um 22 Uhr, jetzt ist er um 23 Uhr. Alle liegen in den Betten, bis auf einen. Wer das ist, kann man unter sich ausmachen. Der steht dann da, ganz ordentlich im grünen Anzug, mit Schuhen, und wartet, bis der UvD, der Unteroffizier vom Dienst, kommt. Er ist zuständig, dassnachts Ruhe ist. Mit dabei hat er noch einen GvD, einen Gefreiten vom Dienst. Der UvD kommt rein und guckt, ob alles in Ordnung ist, ob nichts am Tisch herumliegt, ob die Mülleimer leer sind, alle Spinde zu. Dann macht einer die Meldung vor ihm: "Herr Unteroffizier, Schütze Schmidt, ich melde: Stube Nummer 120 mit 8 Mann belegt, 7 Mann in den Betten, Stube und Revier gereinigt und gelüftet, ich melde die Stube ab". Dabei wird gegrüßt und stillgestanden. Dann sagt er: "O.K. in zwei Minuten liegen Sie im Bett". Nachts ist Ruhe, da kann man sicher sein, alle sind viel zu müde, und haben zu viel Schiss."

Mein Bericht: Militärdienst und Kriegsdienstverweigerung

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© Wolfgang Hieber 1998-2009