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Wie läuft denn so ein Tag in der Kaserne ab?
"Um 5 Uhr 30 ist Wecken. 10 Minuten vorher müssen wir aufstehen,
um 5 Uhr 43 ist der Appell zum Antreten am Flur. Die Namen werden einzeln
aufgerufen, die Vollzähligkeit überprüft. Um 6 Uhr gibt's
Frühstück. 20 Minuten nach 6 gehen alle wieder zurück zum
Mannschaftsheim. Das ist nicht weit, nur drei Minuten zu Fuß." |
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Kann jeder allein zum Frühstück gehen?
"Nein, begleitet werden wir vom Zugführer, vom Gruppenleiter oder
Ausbilder. Der führt uns dahin. Wir gehen schön brav geordnet,
alle in Reihe. Reden darf man nicht. Sie motzen einen an, passen auf, ob
wir den Schritt einhalten, im richtigen Abstand gehen, exakt in der Reihe.
Primitivlinge gibt's immer mal darunter, machtgeile Jungs."
Wieviele Leute seid ihr in eurer Gruppe?
"Es gibt einen Zug, in dem wird man ausgebildet. Insgesamt ca. 60 Leute,
mit jeweils einem Zugführer. Mehrere Züge werden auch zusammengefaßt,
geführt von einem Offizier. Da hatten wir einen supernetten, viel
netter als die Ausbilder auf der unteren Ebene. Der Zug unterteilt sich
in Gruppen von 8-10 Mann, und die haben jeweils einen Gruppenführer.
Er ist ein Ausbilder, Unteroffizier, Stabsunteroffizier, Oberfeldwebel
oder so. Pro Woche ist einer als "Wochendiensthabender" eingeteilt. Der
ist z.B. dabei, wenn wir zum Frühstück gehen."
Und nach dem Frühstück?
"Nach dem Frühstück müssen wir das Revier reinigen,
z.B. den Flur, den Waschraum, die Toiletten, das Gruppenleiterzimmer, das
Zugführerzimmer. Abwechselnd einen Monat den Waschraum und einen Monat
die Toilette. Nach dem Frühstück mit der ganzen Gruppe die verschissene
Toilette sauber machen. Das ist scheußlich. Aber es wird genau kontrolliert.
Wenn es für nicht genügend sauber befunden wird, muß nachgereinigt
werden - so lange bis das o.k. kommt. Zum Reinigen haben wir nur die primitivsten
Mittel zur Verfügung: einen Wasserschlauch und Desinfektionsmittel
für den Boden."
Und das Mittagessen ...
"Das ist wahnsinnig kurz. Für das Mittagessen insgesamt nur eine
Viertelstunde Zeit: hingehen, anstehen, essen. Pech, wenn mal zwei Züge
gleichzeitig da sind. Da tut einem richtig der Magen weh, weil man's so
reinschlingt. Und danach keine Pause, sondern sofort weiter mit Unterricht
und Ausbildung." |