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Ursula W., Lehrerin |
"Aber bei manchen Kindern ist es eigentlich sofort klar, daß sie Konzentration ja auch im Elternhaus nicht gelernt haben. Immer geht es im Urlaub woanders hin. Oder schnell zum Einkaufen dahin und dorthin, und an jedem Wochenende wird etwas unternommen. Die Kinder kommen überhaupt nicht mehr zur Ruhe. Sich in Ruhe hinsetzen, das fängt im Babyalter schon an. Da werden sie schon überall mit hingezerrt. Ein ständiger Freizeitstreß... Da gibt es schon viele, die jetzt alles mitmachen müssen. Immer den neuesten Trend. Man spürt zwar, diese Kinder haben alle Antennen fürs Neueste, was die neueste Mode ist, Musik und so. Schon bei den neun- und zehnjährigen Mädchen, oder noch früher: mit diesen Popgruppen sind sie voll auf dem Laufenden. Und das geht in ihren Köpfen rum. So ganz banale Aufgaben, die sind natürlich für die nicht weiter interessant. Das ist eben auch das Problem mit dem Fernsehen, das man ja immer als Konkurrenz hat. Man kann das alles gar nicht so aufarbeiten, das will ich ja auch gar nicht. Sie haben ihre virtuelle Welt, in der sie leben... Dagegen läuft es bei Kindern aus Bauernhäusern z.B. oft ganz prima. Weil ja Konzentration auch zu Hause da ist. Die Eltern müssen jeden Tag in den Stall, haben eine ganz beständige Arbeit, eine alltägliche Ordnung. Diese Kinder zeigen dann oft so einen grundsätzlichen Leistungswillen, weil sie das von ihrem Zuhause gewöhnt sind." |
Was heißt das: Das Lernen lernen?
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© Wolfgang Hieber 1998-2009