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Zur Person  Ursula W., Lehrerin
Morgengebet?

"Ich bin die einzige Lehrkraft, die morgens bei Schulbeginn nicht betet. Alle anderen beten. Gezwungen hat mich bisher niemand, und ich weiß auch nicht, ob ich es machen müsste. Das berühmte Kruzifix-Urteil, das ist ja auch so eine Sache... Jedenfalls hat sich natürlich schon rumgesprochen, dass bei mir im Unterricht nicht gebetet wird. Wenn sie dazu eine Frage stellen, sage ich: "Schaut, Ihr habt drei Stunden Religion in der Woche und es steht jedem frei, wenn er will, am Morgen für sich zu beten, aber ich glaube, dass das abgedeckt ist damit. Drei Stunden Religion - das müsste eigentlich genügen.

Tolerant sein
"Umgekehrt mache ich mir zum Prinzip, wenn jemand was erzählt von der Kirche, von der Religion, dann höre ich zu. Oder wenn jemand über eine andere Religion irgendwie lästert, da werde ich ganz strikt. Da sag ich zu dem: Du hast diesen Glauben, gut, aber Du musst dem anderen zugestehen, dass er anders denkt und glaubt. Du musst auch akzeptieren, dass jemand gar nicht glaubt."

"Die meisten bei uns sind katholisch, ein paar evangelisch. Und einige Moslems, sie sind Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien. Die können sich frei aussuchen, ob sie - während der Religionsstunden - in der Klasse sitzen bleiben wollen oder rausgehen. Das steht ihnen frei."

Welche Rolle soll Religion in der Schule haben? 

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© Wolfgang Hieber 1998-2009