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Macht ihr eine eigene Abitur-Zeitung?
"Ja klar, bei uns heißt sie der ABI-SPION.
Alles vorbereiten, finanzieren - das macht viel Arbeit."
Wo treibt ihr Gelder dafür auf?
"Wir latschen in ganz Aalen von einem Geschäft zum anderen und
machen Werbung für die Abi-Zeitung. Daß die Leute eben Anzeigen
von ihrem Laden reinmachen. Damit finanzieren wir einen großen Teil.
Dann müssen wir das in Druck geben, das kostet dann auch noch mal
1.000 - 1.500 Euro. Das ist wirklich der Hammer."
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Foto: Wolfgang Hieber
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Und die Artikel im ABI-SPION?
"In den ABI-SPION kommt von jedem LK (Leistungskurs)
und Grundkurs ein Bericht rein. Ein Bericht über diese zwei Jahre.
Etwas Lustiges. Da sind so Lehrersprüche drin. Man sammelt Sprüche
von Lehrern übers Jahr, so typische Charakteristika. Untern den Lehrern
picken wir uns Favoriten raus, die völlig verschrien sind. Z.B. eine
Lehrerin von uns, eine Frau, die ist jenseits von Gut und Böse, hat
eine tiefe Männerstimme, ist vielleicht 1.40m groß, hat meist
so Knickerbocker an. Die ist voll die Witzfigur. Und über die wird
halt hergezogen. Da gibt es doch die Aufkleber "Gib Aids keine Chance",
und da steht halt: "Gib Frieda keine Chance". Über diese Lehrerin
haben wir eine Bildergeschichte gemacht, eine Fotostory. Keiner von uns
würde den Französisch-LK nochmals machen. Da haben wir geschildert,
wie eine Arbeit abgelaufen ist: Wir mit Schweißtuch und Dextro-Energen
und Aufputschmitteln."
Sind die anderen Lehrer verschont geblieben?
"Nein. Einen Lehrer haben wir, der ist ganz groß, dünn,
so ein Uhu irgendwie, ganz komisch. Wir haben ihn in der Abi-Zeitung so
dargestellt: Am Anfang schwebt er über uns, mit Flügeln und Heiligenschein,
und er sinkt dann bei jedem Bild um eine Stufe ab, bis er dann nachher
im Erdboden versinkt und dem Teufel gleichgemacht wird. Das letzte Foto
ist: Wir in alten Kartoffelsäcken, haben uns die Haare auftoupiert
und schwarz angemalt, mit dem Motto "We survived", wir haben es überlebt.
Drunter steht noch: "Entweder abwählen oder...." Dazu noch von den
ganzen Studienhilfen hier im Umkreis die
Adressen. In Deutsch haben wir es so gemacht: Wir haben ja "Faust" gelesen.
Und haben da Zitate rausgesucht und die in Szenen mit uns nachgestellt.
Auch als Fotos. Wenn man sich so etwas ausdenkt und macht, wächst
man schon zusammen...." |