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Zur Person Franz B.
Fremdenzimmer

Stammkunden
"Unsere Haupteinnahmequelle sind die Fremdenzimmer. Sie müssen sauber gemacht werden. Das ist Frauenarbeit. Für 30 Gäste die Betten machen. Natürlich gibt's viel Arbeit im Waschhaus. Unsere Gästezimmer sind im Prospekt der Gemeinde, Inserate braucht es gar nicht, zu uns kommen mittlerweile 80 Prozent Stammkunden. Jedes Jahr immer wieder. Und sie sagen es anderen, und die kommen dann auch.

Bei uns hier ist's ja wirklich schön. Aber es macht auch viel Arbeit. Kürzlich hat nachts 15 mal das Telefon geklingelt. Man muß dann den Gast holen, der am Telefon verlangt wird. Nur von Mitte November bis etwa 20. Dezember ist Verschnaufpause, da sind dann keine Gäste da.

Abends ist unsere Bauernstube oft voll von Gästen, sie wollen was hören von der Gegend hier, von Bergwanderungen, überhaupt irgendwelche Geschichten aus den Bergen. Man muß ihnen immer was vorlügen, richtige Lügengeschichten, daß es kracht, das mögen sie. Vom Bergsteigen und so. Aber natürlich machen wir auch Vorschläge, was es in der Nähe Interessantes zu sehen gibt.

Wirtschaftlich gesehen muß man schon sagen: ohne Feriengäste wäre unser Hof ein Armenhaus, wir müßten irgendwo uns eine Arbeit suchen, aber das ist immer schwer... Den Hof wollen wir jetzt natürlich halten, auch für die Fremden. Die kommen ja, um Ferien auf dem Bauernhof zu erleben. Da wollen sie einen Stall sehen, Tiere, den Geruch und so. Hätten wir also den Weidebetrieb, die Grünflächen und die Kühe nicht mehr, würde auch kein Gast mehr kommen."

Mein Bericht: Leben auf dem Land

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© Wolfgang Hieber 1998-2009