Stammkunden
"Unsere Haupteinnahmequelle sind die Fremdenzimmer. Sie
müssen sauber gemacht werden. Das ist Frauenarbeit. Für 30 Gäste
die Betten machen. Natürlich gibt's viel Arbeit im Waschhaus.
Unsere Gästezimmer sind im Prospekt der Gemeinde, Inserate braucht
es gar nicht, zu uns kommen mittlerweile 80 Prozent
Stammkunden. Jedes Jahr immer wieder. Und sie sagen
es anderen, und die kommen dann auch. |
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Bei uns hier ist's ja wirklich
schön. Aber es macht auch viel Arbeit. Kürzlich
hat nachts 15 mal das Telefon geklingelt. Man muß dann
den Gast holen, der am Telefon verlangt wird. Nur von Mitte November bis
etwa 20. Dezember ist Verschnaufpause, da sind dann keine Gäste da.
Abends ist unsere Bauernstube oft voll von Gästen, sie wollen was
hören von der Gegend hier, von Bergwanderungen, überhaupt irgendwelche Geschichten
aus den Bergen. Man muß ihnen immer was vorlügen,
richtige Lügengeschichten, daß es kracht, das mögen sie.
Vom Bergsteigen und so. Aber natürlich machen
wir auch Vorschläge, was es in der Nähe Interessantes
zu sehen gibt.
Wirtschaftlich gesehen muß man schon sagen: ohne Feriengäste wäre unser Hof ein Armenhaus, wir müßten
irgendwo uns eine Arbeit suchen, aber das ist immer
schwer... Den Hof wollen wir jetzt natürlich halten, auch für
die Fremden. Die kommen ja, um Ferien auf dem Bauernhof
zu erleben. Da wollen sie einen Stall sehen, Tiere,
den Geruch und so. Hätten wir also den Weidebetrieb, die Grünflächen
und die Kühe nicht mehr, würde auch kein
Gast mehr kommen." |