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Zur Person Peter S.
Erwerbsunfähigkeit

Rückenprobleme
"Probleme mit meinem Rücken habe ich schon seit so 10 Jahren. Schlimmer ist es geworden durch das dauernde Rein und Raus aus dem Auto - zwischen 120 und 150 Kundschaften pro Tag hab ich anfahren müssen. Da fährt man 50 Meter, bleibt stehen, raus aus dem Wagen, Brot ausladen, wieder rein in den Wagen, weiterfahren. Hinsetzen, aufstehen, hinsetzen, aufstehen. Den ganzen Tag."

"Das Tragen war gar nicht so tragisch, acht Laib Brot in einem Kasten, das sind 24 kg, ein paar so Kasten, die stellt man ins Auto rein. Fast drei Jahre lang ist es gegangen, ich hab zwar gemerkt, daß ich Schmerzen hatte. Aber die letzten zwei Jahre war's schlimm. Wenn ich nicht so gern Auto gefahren wäre, hätte ich schon vor zwei Jahren aufgehört. Ein anderer hätte da schon früher aufgehört. Wir hatten ja gerade auch umgebaut und brauchten das Geld. Also habe ich gedacht, dann mache ich eben, so lange es nur geht, weiter mit diesem Job".

Auf Kur
"Einmal war ich auch auf Kur, aber das hat mir gar nichts gebracht, es wurde nicht besser. Zwischendurch Fango, Massagen. Es war nur ganz kurz etwas besser,  zwei oder drei Tage später waren die Schmerzen wieder da. Im Dezember konnte ich dann einfach nicht mehr fahren und bin zum Doktor und hab ihm das gesagt: "Hör mal, ich packe das nicht mehr". Ich kenne ihn gut, wir sind per du. Schon seit zwei Jahren war ich ja immer wieder bei ihm, habe mir Spritzen geben lassen, daß ich überhaupt arbeiten konnte. Am Morgen hat mir meine Frau die Socken angezogen, die Klett-Verschlüsse zugemacht, damit ich überhaupt in die Arbeit gehen konnte. Ich konnte mich selbst nicht mehr anziehen, konnte mich nicht bücken. Vom Rücken her und von der Hüfte her. Nach zwei bis drei Stunden hat es sich etwas normalisiert, dann war's etwas leichter. Aber schon um 10 Uhr habe ich wieder geschwitzt, weil mir alles weh getan hat".

12-13 Stunden
"Am Mittwoch z.B. habe ich immer 12 - 13 Stunden eine Tour gehabt, von halb sechs früh bis sechs oder sieben Abend. Nur der Montag und der Donnerstag - das waren lediglich 9 bis 10 Stunden. Und im Winter - da mußte ich so kleine Nebenstraßen fahren - so eng, daß man kaum durch konnte. Aber die Lieferung mußte hin zu den Leuten. Ich konnte ja nicht sagen, im Sommer komme ich, im Winter nicht, weil die Straßenverhältnisse so schlecht sind. Die brauchen aber etwas zu essen. Das sind so abgelegene Bauernhöfe. Dadurch waren für mich gerade die letzten zwei Jahre sehr hart. Schon eine Qual".

Erwerbsunfähigkeitsrente
"Ich bin dann zum Doktor und habe zu ihm gesagt: "Ich kann das nicht mehr tun. Was soll ich machen?" Er meinte: "Gut, dann schreib ich dich mal krank." Wieder Fango und alle möglichen Versuche. Zuerst hat er mich in die Uni-Klinik Passau geschickt. Später bin ich zu vielen anderen Stellen. Die konnten aber nichts mehr machen, mit der Hüftumstellung sei es zu spät, sagten sie. Also hat mir mein Doktor geraten: ich solle einfach mal Erwerbsunfähigkeitsrente beantragen und sehen, daß ich einen Behindertenausweis bekomme. Ich weiß noch nicht, was daraus wird. Mal sehen. Jetzt sind es schon acht Monate, daß ich arbeitsunfähig bin".

Gutachten
"Der nächste Schritt war: Ich brauchte ein Gutachten von einem guten Orthopäden. Also bin ich nach München. Vielleicht krieg ich dann doch eines Tages die Erwerbsunfähigkeitsrente. Ich nehme an, so um die 1.000,- Euro im Monat. Erlaubt ist dann, sich im 500 Euro dazuzuverdienen. Das ist die Grenze."

Meine Reaktion/ Bisherige Reaktionen

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© Wolfgang Hieber 1998-2009