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Rückenprobleme
"Probleme mit meinem Rücken habe ich schon seit so 10 Jahren. Schlimmer
ist es geworden durch das dauernde Rein und Raus aus dem Auto - zwischen
120 und 150 Kundschaften pro Tag hab ich anfahren müssen. Da fährt
man 50 Meter, bleibt stehen, raus aus dem Wagen, Brot ausladen, wieder
rein in den Wagen, weiterfahren. Hinsetzen, aufstehen, hinsetzen, aufstehen.
Den ganzen Tag." |
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"Das Tragen war gar nicht so tragisch, acht Laib Brot in
einem Kasten, das sind 24 kg, ein paar so Kasten, die stellt man ins Auto
rein. Fast drei Jahre lang ist es gegangen, ich hab zwar gemerkt, daß
ich Schmerzen hatte. Aber die letzten zwei Jahre war's schlimm. Wenn
ich nicht so gern Auto gefahren wäre, hätte ich schon vor zwei
Jahren aufgehört. Ein anderer hätte da schon früher aufgehört.
Wir hatten ja gerade auch umgebaut und brauchten das Geld. Also habe ich
gedacht, dann mache ich eben, so lange es nur geht, weiter mit diesem Job".
Auf Kur
"Einmal war ich auch auf Kur, aber das hat mir gar nichts gebracht, es
wurde nicht besser. Zwischendurch Fango, Massagen. Es war nur ganz kurz
etwas besser, zwei oder drei Tage später waren die Schmerzen
wieder da. Im Dezember konnte ich dann einfach nicht mehr fahren und bin
zum Doktor und hab ihm das gesagt: "Hör mal, ich packe das nicht mehr".
Ich kenne ihn gut, wir sind per du. Schon seit zwei Jahren war ich ja immer
wieder bei ihm, habe mir Spritzen geben lassen, daß ich überhaupt
arbeiten konnte. Am Morgen hat mir meine Frau die Socken angezogen, die
Klett-Verschlüsse zugemacht, damit ich überhaupt in die Arbeit
gehen konnte. Ich konnte mich selbst nicht mehr anziehen, konnte mich nicht
bücken. Vom Rücken her und von der Hüfte her. Nach zwei
bis drei Stunden hat es sich etwas normalisiert, dann war's etwas
leichter. Aber schon um 10 Uhr habe ich wieder geschwitzt, weil mir alles
weh getan hat".
12-13 Stunden
"Am Mittwoch z.B. habe ich immer 12 - 13 Stunden eine Tour gehabt, von
halb sechs früh bis sechs oder sieben Abend. Nur der Montag und der
Donnerstag - das waren lediglich 9 bis 10 Stunden. Und im Winter - da mußte
ich so kleine Nebenstraßen fahren - so eng, daß man kaum durch
konnte. Aber die Lieferung mußte hin zu den Leuten. Ich konnte ja
nicht sagen, im Sommer komme ich, im Winter nicht, weil die Straßenverhältnisse
so schlecht sind. Die brauchen aber etwas zu essen. Das sind so abgelegene
Bauernhöfe. Dadurch waren für mich gerade die letzten zwei Jahre
sehr hart. Schon eine Qual".
Erwerbsunfähigkeitsrente
"Ich bin dann zum Doktor und habe zu ihm gesagt: "Ich kann das nicht
mehr tun. Was soll ich machen?" Er meinte: "Gut, dann schreib ich dich
mal krank." Wieder Fango und alle möglichen Versuche. Zuerst hat er
mich in die Uni-Klinik Passau geschickt. Später bin ich zu vielen
anderen Stellen. Die konnten aber nichts mehr machen, mit der Hüftumstellung
sei es zu spät, sagten sie. Also hat mir mein Doktor geraten: ich
solle einfach mal Erwerbsunfähigkeitsrente beantragen und sehen, daß
ich einen Behindertenausweis bekomme. Ich weiß noch nicht, was daraus
wird. Mal sehen. Jetzt sind es schon acht Monate, daß ich arbeitsunfähig
bin".
Gutachten
"Der nächste Schritt war: Ich brauchte ein Gutachten von einem guten
Orthopäden. Also bin ich nach München. Vielleicht krieg ich dann
doch eines Tages die Erwerbsunfähigkeitsrente. Ich nehme an, so um
die 1.000,- Euro im Monat. Erlaubt ist dann, sich im 500 Euro
dazuzuverdienen. Das ist die Grenze." |