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Zur Person Peter S.
Lebensmittelgeschäft
(gemeinsam mit seiner Frau)

Sich selbständig machen
"Ich hätte sicher als Unimog-Fahrer länger gearbeitet, wenn nicht meine Frau mit der Idee gekommen wäre, wir sollten uns doch selbständig machen. Wir wollten entweder eine Tankstelle pachten, mit einer kleinen Werkstatt dazu, oder ein Lebensmittelgeschäft. Dann ist's halt ein Lebensmittelgeschäft geworden, weil das Inserat in der Zeitung stand."

"Ich glaube, ein halbes Jahr haben wir gesucht, jedes Wochenende die Süddeutsche gekauft. Da stehen ja die meisten Inserate drin, praktisch von ganz Bayern. Wir haben gedacht, ob wir jetzt in München etwas finden - was uns schon ganz recht gewesen wäre - oder sonst irgendwo, das war uns egal. Wir wollten das Geschäft anschauen und wenn es o.k. ist, wollten wirs nehmen. Das Inserat stand  in unserer Lokal-Zeitung, der "Passauer Neuen Presse", und der Laden, der zu verpachten war, lag ca. 200 km weiter im Süden. Wir haben dort angerufen. Drei Bewerber hatten sich schon gemeldet. Wir waren zwar die jüngsten, haben den Laden aber gekriegt. Was ausschlaggebend war, wissen wir nicht, vielleicht, daß die Vermieter meinten, sie könnten noch irgendwie mitmachen bei uns, sie hatten ja früher den Laden selbst geführt. Da gab's dann auch bald Krach: Sie dachten vielleicht, die jungen Leute biegen wir uns schon so zurecht, wie wir sie gern haben möchten. Aber das wollten wir nicht. Wir wollten selbstständig sein. Jeder will das. Wir wollten uns von niemand dreinreden lassen - sonst könnte man ja auch irgendwo sonst in die Arbeit gehen. 10 Jahre haben wir das gemacht. Ich war gewissermaßen angestellt bei meiner Frau, sie war die Ladeninhaberin. Aus steuerlichen Gründen".

Arbeitsalltag im Geschäft
"Ja, wie hat so ein normaler Arbeitsalltag bei uns ausgesehen? Da geht man gleich nach dem Frühstück raus und schaut, ob schon alle Lieferanten dagewesen sind, mit der Zeitung, dem Obst, dem Frischdienst. Und man räumt auch schon das meiste in die Regale, bevor der Laden aufgesperrt wird. Um 7 Uhr wird der Laden geöffnet. Etliche "Mutterln", so Frühaufsteher-Frauen, warten dann schon vor der Tür, und wollen pünktlich rein. Die ersten eineinhalb Stunden geht's wirklich zu, viele Kunden kommen; dann läßt es etwas nach, und die Zeit wird gleich genutzt, die restlichen Sachen einzuordnen, die Ware mit Preisen auszuzeichnen. Gegen Mittag konnte man sich im Laden dann wieder kaum umdrehen, so voll war's. Über Mittag wird der Laden zwei Stunden geschlossen. Oft aber wurde auch während der Mittagspause Ware geliefert, und diese Sachen mußten gleich wieder eingeräumt werden. Vor allem am Mittwoch und Donnerstag. Das Mittagessen fiel dann knapp aus, irgend etwas aus der Dose oder Wurstsemmeln, denn wir mußten ja möglichst schnell die angelieferte Ware wegräumen, damit die Leute überhaupt Platz hatten sich zu bewegen. Am Nachmittag von halb drei bis sechs ging's wieder rund. Besonders natürlich zwischen fünf und sechs, wenn die Leute nach der Arbeit noch schnell einkaufen kommen. Um sechs Uhr haben wir jeweils den Laden geschlossen. Bis viertel nach sechs oder halb sieben sollte alles aufgeräumt sein. Danach sauber machen und putzen. So um halb acht oder acht war es eigentlich soweit, daß man Zeit hatte, das Abendessen zu machen und sich etwas um die Kinder zu kümmern - vielleicht noch zum Spielplatz oder noch einen Spaziergang".

Und abends noch viel zu tun...
"Zweimal in der Woche mußte neue Ware bestellt werden. Am Dienstag z.B., da haben wir von halb neun, wenn die Kinder im Bett waren, bis so halb zwölf die Bestellordner durchgesehen. Was wir bestellen wollten, ist aufgeschrieben worden, während Frischdienst oder Obst unter Tag per Telefon bestellt wurde. Oder man ist angerufen worden, was man braucht. Das Steuerliche wurde am Donnerstag erledigt - so zwei oder drei Stunden am Abend -, alle Rechnungen zusammenstellen, die man tagsüber so einfach in einen Ordner abgelegt hat. Ob alles gezahlt worden ist, ob es vom Konto abgebucht ist. Oder daß sich nichts überschnitten hat. "Edeka" hat einfach alles abgebucht, vom Sortiment, vom Frischdienst. Aber viele Zahlungen sind auch extra gegangen, die Pacht etwa. Oder Lieferungen von Einzelhändlern: z.B. die Wurst kam aus Niederbayern, auch ein anderer Obstmann ist noch gekommen, die "Bremer Fundgrube" oder Vertreter von Bahlsen oder Teefirmen. Die kommen vorbei, stellen einem die Sachen ins Regal, man unterschreibt den Lieferschein und später wird vom Konto abgebucht. Das alles muß regelmäßig kontrolliert werden. Drei oder vier Tage hat man die Ware, dann wird schon abgebucht. Da kommt es schon mal vor, daß etwas doppelt abgezogen wird. Man muß schon dahinter sein, sonst zahlt man nur drauf."

Meine Reaktion/ Bisherige Reaktionen

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