Sich selbst motivieren können Eva, selbstständige Dramaturgin, 38 Jahre, Berlin
Was würdest du sagen, worauf muss man jetzt besonders achten, jetzt im Vergleich, wenn man fest angestellt ist? "Also man muss in der Lage sein sich verkaufen zu können und man muss auch 'nen gewissen Biss haben, man darf keine Scheu davor haben, immer bei Firmen anzurufen und zu sagen 'hallo ich mach das und ich mach das super' und man muss sich selbst verkaufen und Werbung für sich machen und andere Leute bitten oder nötigen, dass sie einen weiter empfehlen und darf da nicht schüchtern sein. Darauf muss man unbedingt achten und man muss sich selbst motivieren können, weil keiner hinter einem steht, der sagt 'heute bis 18 Uhr das abgeben', sondern man muss auch oft in Vorleistung gehen und ein bisschen Selbstdisziplin haben, sonst verschludert man alles und lebt so in den Tag hinein, da kommt man nicht weiter.. "
Hat die Selbstständigkeit auch Vorteile? Eva meint ja. Sie kann sich die Zeit frei einteilen. Sie kann auch mal abends oder nachts arbeiten, wenn sie will. Oder bei schönem Wetter ein paar Tage Urlaub machen. Und die Nachteile? Eva findet, es ist sicher manchmal nicht leicht, sein eigener Chef zu sein. Wer zu faul ist, verdient auch wenig. Und sie muss sich immer selbst darum kümmern, Aufträge zu bekommen.
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Hat es auch Vorteile, dass man sagen kann, okay ein zwei Tage, die gönne ich mir jetzt, jetzt mach ich mal nichts?
"Das hat riesen Vorteile, weil ich mir selber überlegen kann, ob ich früh morgens arbeite oder nachts arbeite oder 'ne Mittagspause mache oder auch ich arbeite zu Hause, wenn mein Kopf mal schwirrt vor lauter Denken, dann gehe ich halt die Wäsche aufhängen oder einkaufen und dann hab ich das auch schon erledigt. Wenn ich in so 'nem Büro bin, bei 'nem Arbeitgeber, dann hänge ich da bis 18 Uhr fest und darf nicht weg und nichts für mich tun und auch nicht mit 'ner Freundin mal telefonieren und so weiter, und...ja man kann sich die Zeit halt selbst einteilen und wenn man mal wenig Aufträge hat und spontan genug ist zu sagen 'ich hab jetzt wenig Aufträge, aber ich mach mir ein paar schöne Tage', dann ist das ganz wunderbar."
Und der Nachteil, dass man nicht in einer festen Firma integriert ist und feste Arbeitskollegen hat - ist das ein Problem?
"Das ist 'ne Typfrage. Für mich ist es überhaupt kein Problem, weil ich froh bin, wenn mich die Arbeitskollegen, mit denen man immer nur rumsteht und Kaffee trinkt und die ihre Bürointrigen machen, wenn die mich nicht nerven den ganzen Tag. Ich treff' mich dann lieber zum Mittagessen mit 'ner guten Freundin, die ich wirklich mag".