Sie haben jetzt eine Stelle bei einer Firma. Was hat da wohl den
Ausschlag gegeben
?
"Ich denke, eine ganz große Rolle spielt letztlich nicht der
Personalchef, sondern der zuständige Leiter der Fachabteilung, der
den neuen Mitarbeiter einstellt. Der Personalchef macht die grobe Vorauswahl.
Er sortiert die Bewerbungen aus, 10 oder 15, die in Frage kommen.
Und dann lädt sich derjenige aus der Fachabteilung, der den neuen
Mitarbeiter einstellt, nur drei zu einem persönlichen Gespräch
ein. Bei dem Gespräch geht es schon eher um fachliche Themen. Und
da, so habe ich den Eindruck, wird der genommen, bei dem der betreffende
Entscheidungsträger, nämlich der Leiter dieser Fachabteilung,
sich selber wiederfindet. Nachträglich hat sich
herausgestellt, daß mein jetziger Chef auch die sehr seltene Fächerkombination
Chemie und Kunst hatte."
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Wie haben Sie diese Zeit der Jobsuche empfunden? Belastend?
"Ja, es ist eine gewisse psychische Belastung. Doch. Besonders am Anfang,
wenn man ständig nur Absagen bekommt. Kommen dann ein paar Zusagen,
geht es schon wieder besser. Nach den ersten negativen Antworten im Anschluß
an Vorstellungsgespräche geht die Stimmung wieder runter. Es ist auf
jeden Fall immer ein Auf und Ab." |
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Wie war der Übergang ins Berufsleben? Gab es Enttäuschungen?
"Es ist erst mal eine unheimliche Erleichterung. Die große Neugier,
die man in der ersten Zeit mitbringt, führt dazu, daß man etwas
übermotiviert ist. Der Tätigkeitkeitsbereich ist ja völlig
neu für mich. Ein dreiviertel Jahr vorher, zur Diplomarbeit, war ich
in einem Ingenieurbüro. Und jetzt bin ich in der Produktion. Also
etwas ganz anderes. Da ist der Umgang mit den Leuten vielleicht etwas schwieriger.
Man kommt als Grünschnabel von der Universität an, bei uns ist
noch viel Schichtbetrieb, und da geht es etwas rauher zu. Man muß
sich erst mal zurechtfinden. Plötzlich merkt man, daß man sehr
oft mit irgendwelchen Kleinigkeiten zu tun hat, mit ganz Alltäglichem,
und nicht an großen Projekten arbeiten kann, wie man es sich vielleicht
vorstellt im Studium. Zumindest ist das bei mir jetzt so. Aber damit habe
ich auch kein Problem." |