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Die neue Stelle im Marschgebiet
- Durch Anzeigen in der Zeitung suchte ich eine neue Stelle. Ich wollte
eine Stelle, wo ich mich weiter fortbilden konnte. So landete ich bei einem
Pferdezuchtbetrieb, der zusätzlich Ochsen hielt für die Fleischzucht
im Marschgebiet. Der Marschhof lag zwischen Bremerhaven und Cuxhaven, ein
Einzelhof. Wenn man abends zurückkam, mußte man sich ins Haus
reintasten. Es gab keine Beleuchtung.
Mit Pferden umgehen
- Auf diesem Hof wurden Pferde gezüchtet, die in die Schweiz an
berittene Einheiten verkauft wurden. Die Hannoveraner. Meine Aufgabe war
es, mit den Pferden umzugehen. Wir hatten 24 Staatsprämien-Stuten.
Sie wurden zum Decken geführt. Jeder Bauer hatte einen Wunschhengst
für seine Stute. Der war natürlich überlastet. Später
mußte die Geburt der kleinen Fohlen beaufsichtigt werden. Und wenn
die Pferde größer waren, kam das erste Einreiten. Zusätzlich
hatte ich auf der Weide zu tun, Zäune flicken. Alles war nun sehr
viel großräumiger.
Familienanschluß
- Ich hatte die Prüfung schon hinter mir und war nun ein landwirtschaftlicher
Gehilfe mit Familienanschluß. Ich durfte mit der Familie essen. Die
anderen Leute bekamen ihr Essen nebenan, sie durften gar nicht in das eigentliche
Gebäude. Man machte Unterschiede zwischen dem normalen landwirtschaftlichen
Arbeiter und der Familie. Bei einem Bauernball der Marschbauern z.B., da
durfte kein normaler Landarbeiter vom Hof dazukommen. Das gab's nicht.
Es wäre unmöglich gewesen, wenn eine Tochter von einem Marschbauern
einen gewöhnlichen Mann aus der Siedlung geheiratet hätte.
Berufswunsch: Gutsverwalter
- Damals entstand mein Traum: eines Tages auf so einen großen Hof
zu kommen, um Gutsverwalter zu werden. Ich war immer schnell unzufrieden.
Auch empfindlich. Ich konnte mich sehr ärgern, wenn jemand sagte:
"Das will ich nicht so.." oder "Das hast du nicht gut gemacht". So etwas
kommt natürlich vor. Dann wollte ich immer weiter, wo anders hin.
Jetzt suchst du dir wieder etwas anderes, sagte ich mir dann. Obwohl ich
auch überall hätte bleiben können, ja sogar heiraten.
Zu den Holsteinern
- Meine nächste Station: Schleswig-Holstein, in der Nähe von
Hamburg. Hamburg Quickborn. Ich wollte dort die Holsteiner Pferdezucht
kennenlernen. Da gab es keine Einzelhöfe mehr. Ich arbeitete mitten
in der Ortschaft und war am Leben der Dorfbewohner beteiligt.
Erdbeerpflanzen
- Und schließlich wechselte ich noch zu einer Stelle in Bargteheide.
Das war 1951. Ich konnte schon voll mit dem Traktor fahren, die Zeit der
Pferde als Arbeitstiere war vorbei. Hauptsächlich ging es um Erdbeerpflanzen,
um Sträucher. Die Pflanzen wurden in ganz Deutschland verschickt.
Jeden Sonntag habe ich dort Kartoffeln zum Fischmarkt in Hamburg gefahren,
um sie dort zu verkaufen.
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