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Zur Person  Manfred J., Rentner
Pferdezuchtbetrieb
(1948-1951)

Die neue Stelle im Marschgebiet

Durch Anzeigen in der Zeitung suchte ich eine neue Stelle. Ich wollte eine Stelle, wo ich mich weiter fortbilden konnte. So landete ich bei einem Pferdezuchtbetrieb, der zusätzlich Ochsen hielt für die Fleischzucht im Marschgebiet. Der Marschhof lag zwischen Bremerhaven und Cuxhaven, ein Einzelhof. Wenn man abends zurückkam, mußte man sich ins Haus reintasten. Es gab keine Beleuchtung.
Mit Pferden umgehen
Auf diesem Hof wurden Pferde gezüchtet, die in die Schweiz an berittene Einheiten verkauft wurden. Die Hannoveraner. Meine Aufgabe war es, mit den Pferden umzugehen. Wir hatten 24 Staatsprämien-Stuten. Sie wurden zum Decken geführt. Jeder Bauer hatte einen Wunschhengst für seine Stute. Der war natürlich überlastet. Später mußte die Geburt der kleinen Fohlen beaufsichtigt werden. Und wenn die Pferde größer waren, kam das erste Einreiten. Zusätzlich hatte ich auf der Weide zu tun, Zäune flicken. Alles war nun sehr viel großräumiger.
Familienanschluß
Ich hatte die Prüfung schon hinter mir und war nun ein landwirtschaftlicher Gehilfe mit Familienanschluß. Ich durfte mit der Familie essen. Die anderen Leute bekamen ihr Essen nebenan, sie durften gar nicht in das eigentliche Gebäude. Man machte Unterschiede zwischen dem normalen landwirtschaftlichen Arbeiter und der Familie. Bei einem Bauernball der Marschbauern z.B., da durfte kein normaler Landarbeiter vom Hof dazukommen. Das gab's nicht. Es wäre unmöglich gewesen, wenn eine Tochter von einem Marschbauern einen gewöhnlichen Mann aus der Siedlung geheiratet hätte.
Berufswunsch: Gutsverwalter
Damals entstand mein Traum: eines Tages auf so einen großen Hof zu kommen, um Gutsverwalter zu werden. Ich war immer schnell unzufrieden. Auch empfindlich. Ich konnte mich sehr ärgern, wenn jemand sagte: "Das will ich nicht so.." oder "Das hast du nicht gut gemacht". So etwas kommt natürlich vor. Dann wollte ich immer weiter, wo anders hin. Jetzt suchst du dir wieder etwas anderes, sagte ich mir dann. Obwohl ich auch überall hätte bleiben können, ja sogar heiraten.
Zu den Holsteinern
Meine nächste Station: Schleswig-Holstein, in der Nähe von Hamburg. Hamburg Quickborn. Ich wollte dort die Holsteiner Pferdezucht kennenlernen. Da gab es keine Einzelhöfe mehr. Ich arbeitete mitten in der Ortschaft und war am Leben der Dorfbewohner beteiligt.
Erdbeerpflanzen
Und schließlich wechselte ich noch zu einer Stelle in Bargteheide. Das war 1951. Ich konnte schon voll mit dem Traktor fahren, die Zeit der Pferde als Arbeitstiere war vorbei. Hauptsächlich ging es um Erdbeerpflanzen, um Sträucher. Die Pflanzen wurden in ganz Deutschland verschickt. Jeden Sonntag habe ich dort Kartoffeln zum Fischmarkt in Hamburg gefahren, um sie dort zu verkaufen.

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© Wolfgang Hieber 1998-2009