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Essen 
Essgewohnheiten in Deutschland
Bitte beachten: Unser Eindruck von einem Land ist immer subjektiv. Er hängt von Person, momentaner Stimmung, Herkunftsland und vielen anderen Faktoren ab!

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Jeder kann essen, wann er will
Austauschschüler, Jungen und Mädchen (15 -18), Verona, Italien
"Uns ist aufgefallen, dass jeder in der Familie essen kann, wann er will. Auf Tischdecke und Servietten wird kein Wert gelegt. Es geht recht formlos zu. 'Holt euch selber, wenn ihr Hunger habt' wird uns gesagt. Das ist recht ungewohnt für uns, in Italien wird der Gast bedient.

Zum Frühstück gab es immer eine große Auswahl, sehr viel Verschiedenes. Teils hat uns das Brot (das Schwarzbrot) ganz gut geschmeckt, aber bald hatten wir Sehnsucht nach Weißbrot. Nicht gewöhnt sind wir, dass Butter zu allem verwendet wird, auch da, wo sie unserer Meinung nach nicht hingehört.

Beim Mittagessen kommt alles auf einen Teller, auch das, was nicht zusammenpasst. Es wird nicht nach einzelnen Gängen getrennt. Zum Essen trinkt man nicht nur Wasser, jeder kann etwas anderes trinken. Obst, das bei uns in Italien nach dem Essen kommt, gibt es wenig. Und wenn, wird es irgendwann zwischen den Mahlzeiten gegessen. Dafür liebt man Süßigkeiten.

Abends wird nur kalt gegessen. Für uns zählt das nicht so als richtige Mahlzeit. Rohe Karotten, Radieschen oder Tomaten sind dabei, aber wenn sie nicht gekocht sind, empfinden wir das nicht als richtiges Essen."

Viel zuviel Schokolade
Toko Kiezi (25), Angola
"Mit den Krankheiten ist es hierzulande ohnehin sehr merkwürdig: Einerseits werden zum Beispiel die Nahrungsmittel kontrolliert, andererseits essen die Deutschen viel zuviel Schokolade, Zucker, Eis, weswegen fast alle Karies haben. Vielleicht hängen diese Essgewohnheiten mit dem kalten Klima zusammen."
(Die Zeit)

Leere Teller als Kompliment
Angela Maung-Yin (45), Taiwan
"Über das Essen in Deutschland machen sich die Taiwanesen oft lustig, weil man hier soviel Wert auf schön gedeckte Tische und einheitliches Service legt. 'Porcellan kann man doch nicht essen', sagte mein Vater einmal. Er achtet mehr auf das, was auf den Tellern liegt - und ganz wichtig ist ihm, dass etwas übrig bleibt. Im Unterschied zu den Deutschen deuten Taiwanesen leere Teller nicht als Kompliment für gutes Essen - wenn in Taiwan alles aufgegessen wird, heißt das: Es gab nicht genug!"
(Die Zeit)

Immer das gleiche Gericht bestellen
Angela Maung-Yin (45), Taiwan
"Seltsam finde ich, dass viele Deutsche im Restaurant immer das gleiche Gericht bestellen, genau so, wie sie immer nur an einen bestimmten Urlaubsort fahren und dort immer die gleiche Erdbeertorte essen".
(Die Zeit)

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© Wolfgang Hieber 1998-2009