| Ämter und öffentliche Einrichtungen
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Ein sehr starres Denken
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"Mein Stipendium läuft am 31.7. aus. 'Es ist uns völlig egal, was Sie nach dem 31.7. machen', sagen die zuständigen Leute. Da gibt es nichts zu rütteln: nach dem 31.7. bekomme ich kein Geld mehr. Ich finde, das ist ein sehr starres Denken, sehr unflexibel. Das Datum ist fest und damit basta." |
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Alles in 15 Minuten erledigt
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"Wie man auf Ämtern behandelt wird, war für mich eine sehr positive Überraschung. Bei uns gibt es so viele Schwierigkeiten, wenn ich ein Papier, eine Bescheinigung oder eine Auskunft bekommen will. Man weiß nie, wieviel Zeit man dafür braucht. Einen halben Tag oder den ganzen. Hier bin ich ins Kreisverwaltungsreferat, um mich anzumelden. Alles war in 15 Minuten erledigt. Das war eine große Überraschung, und ich war so glücklich. Ich hatte ja damit gerechnet, es würde vielleicht den ganzen Tag dauern. Alles lief sehr bequem, sehr schnell und die Beamten waren sehr freundlich. Sie hatten viel Geduld, wenn ich mich auf Deutsch ausdrücken wollte." |
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Sie wollte nur sprechen
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"Ich saß in einem Amt, auf der Bank, und wartete in einer langen Reihe von Menschen. Da kam eine dicke Frau und setzte sich in meine Nähe. Plötzlich begann sie mit mir zu sprechen. Aber Dialekt! Ich verstand kein Wort. Aber sie brauchte gar keine Antwort. Sie wollte nur sprechen, sonst nichts. Das war lustig. Ich saß wie ein kluger Mensch da und nickte: 'Ja, ja, das ist so!' Das war genug. Und wir beide waren zufrieden." |
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Wo die Eltern geboren sind
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"Ich habe eine Arbeitserlaubnis beantragt. Für mich war recht aufschlussreich: Sie wollten wissen, wo meine Eltern geboren sind, wo sie leben. Sie sind aus Indien in die USA emigriert. In den USA müsste ich so etwas nicht angeben. Angenehm war, dass man nicht lange warten musste. In den USA kann das einen ganzen Tag dauern." |
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Eine Nummer ziehen
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"Ich musste einmal in die Kreisverwaltung zur Anmeldung. In dem Warteraum zieht jeder eine Nummer, wenn er kommt. Dann setzt man sich hin, und wenn die Nummer aufgerufen wird, geht man in das entsprechende Zimmer. Ich war sehr erstaunt darüber. Das ist eine sehr praktische Einrichtung. Bei uns muss man immer fragen: 'Wer war der letzte, bitte?' Und jeder passt genau auf, dass sich niemand vordrängt. Hier braucht man nur auf die Nummer zu sehen, und wenn sie aufgerufen wird, ist man an der Reihe." |
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Der ganze Papierkram
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"Versicherungen, Bankkonten und so weiter - dieser ganze Papierkram
hat mir in der ersten Zeit viele Schwierigkeiten gemacht. Bei uns haben
Papiere einfach keinen Wert, und wie viele Ausländer musste ich erst
lernen, dass man wichtige Unterlagen nicht zerknittert in die Tasche stecken
darf, sondern sie ordentlich in Plastikhüllen und Ordnern aufbewahren
muss".
(Die Zeit) |
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© Wolfgang Hieber 1998-2009