Beruf und Arbeit

kaleidos_Daniela
Hauswirtschafterin

Ein Beruf fürs Leben:

vielseitig und alltagstauglich

Welche Ausbildung und Tätigkeiten gehören dazu?Seit fast 30 Jahren arbeitet Daniela M. als Hauswirtschaftsmeisterin in einer Bildungsstätte in der Nähe von Göttingen und kümmert sich darum, dass sich die Gäste wohlfühlen: zum Beispiel, dass das Essen lecker schmeckt und pünktlich auf dem Tisch steht. Wie kam sie zu diesem Beruf? Was gefällt ihr daran, und was nicht? Frau M. berichtet:

In welchem Alter haben Sie mit Ihrer Ausbildung angefangen?
“Mit 17 direkt nach der Schule, nach dem Realschulabschluss. Ich habe dann drei Jahre hier in dieser Bildungsstätte meine Ausbildung gemacht und erst einmal zwei Jahre als Hauswirtschafterin gearbeitet und nebenbei die Meisterschule absolviert. Das waren noch mal zweieinhalb Jahre. Als Hauswirtschaftsmeisterin darf ich darf ich auch ausbilden und Leitungsfunktionen übernehmen.”

Die Ausbildung bis zum Meister dauert fünf Jahre. Mit einem Meistertitel kann man im Anschluss an eine Ausbildung noch studieren, auch ohne Abitur.

Warum haben Sie diesen Beruf ausgewählt?
“Eigentlich wollte ich Krankenschwester werden. Dann hat meine Mutter mich aber überredet, doch lieber den Beruf nicht zu machen, weil sie meinte, das wäre nichts für mich. Und dann stand da auch eine Stelle als Hauswirtschafterin ausgeschrieben – ja und dann hab ich mich hier beworben. Das war auch von zu Hause nur fünf Minuten zur Arbeit. So habe ich hier angefangen und arbeite immer noch hier.”

hauswirtschaft_mittagsWas sind Ihre Tätigkeiten im Moment?
“Ich leite den gesamten Küchenbereich und bilde auch Auszubildende aus. Aber zum Beruf gehört auch alles, was eben sonst auch noch im Haushalt anfällt.”

Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf besonders?
“Dass er so vielfältig ist. Man kann in Altenheimen, Jugenherbergen, Kinderheimen, Bildungsstätten und Krankenhäusern arbeiten. Das ist ja nicht nur Küche, sondern auch die Leitung des Putzbereiches und der Wäsche. Gäste empfangen gehört auch dazu, das habe ich hier auch zehn Jahre lang gemacht. Wir haben ja hier im Haus auch ganz unterschiedliche Gäste. “

Wie sind Ihre Arbeitszeiten verteilt?
“Also ich arbeite Vollzeit, 40 Stunden in der Woche. Und das in Schichten, Spätschicht und Frühschicht, und natürlich auch am Wochenende. Eigentlich bin ich fast jedes Wochenende hier. Da ich keine Familie habe, ist das machbar. Mit Familie wäre das ganz schwierig. Urlaub habe ich 30 Tage im Jahr. Den nehme ich, wenn wie hier im Haus keine Belegung haben. Anders geht das nicht.”

Im Durchschnitt verdient eine Hauswirtschaftsmeisterin, die in Vollzeit arbeitet, zwischen 1.800 und 2.700 Euro brutto pro Monat.

Was gefällt Ihnen nicht so gut an Ihrer Arbeit?
“Das größte Problem ist, dass wir hier chronisch unterbesetzt sind. Man findet einfach keine Fachkräfte – und auch keine Auszubildenden. Das heißt, dass die, die da sind, mehr arbeiten müssen. Ich fange alles auf, wenn jemand krank ist oder anderweitig ausfällt. Ich arbeite hier noch viel zu viel körperlich, darunter leidet der Rücken. Jetzt bin ich Mitte 40 – ich weiß nicht, wie das dann aussieht mit Mitte 50…”

Würden Sie den Beruf wieder ergreifen?
“Ich würde den Beruf wieder ergreifen, aber ich würde dann auch noch mal die Arbeitsstelle wechseln, weil es in meinem Beruf noch ganz andere Stellen gibt – mehr im Büro und in der Verwaltung.”

Würden Sie jungen Menschen weiterempfehlen, Hauswirtschaft zu lernen?
“Ja, das kann ich empfehlen! Es ist umfassend, man lernt vieles, was man auch für das spätere Leben gut gebrauchen kann, auch wenn man nicht im Beruf arbeiten will. Zum Beispiel als Hausfrau mit Kindern. Das Berufsbild umfasst ja auch Erziehungsarbeit. Das alles hilft einem auch im Alltag weiter.”

 

  • In meinem Land…
  • Ich finde diesen Beruf interessant, weil:…
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